Johannesburg - Drakensberge

Zunächst war es nur ein Fotoalbum für uns selbst, für Freunde, Familie und Arbeitskollegen. Und was macht man, wenn das nahe Umfeld nicht mehr für die eigene Südafrika Begeisterung aufnahmefähig ist, man stellt es ins Internet 😉. Nach und nach ist daraus eine Art Reisebericht entstanden.

Irgendwie fehlt noch die richtige Einleitung, ein Vorwort oder so. Inzwischen haben wir unsere nächste Reise nach Südafrika (4 Wochen in Dezember 2003) durchgeplant. Entsprechend ist unsere Reiselink- Sammlung gewachsen und vielleicht gibt es ab Januar 2004 eine Fortsetzung dieses Reiseberichtes.

Aber zurück zum Vorwort .... Wir haben nicht "schon immer" von Afrika oder Südafrika geträumt, obwohl uns die Bücher und Filme, wie "Jenseits von Afrika" usw. schon besonders ansprechen, aber das sind die üblichen Fernweh Sehnsüchte. Bei diesen Bildern schlägt nicht nur unser Herz höher und die gesamte Tourismusindustrie ist darauf aufgebaut. Afrika gehörte bis dato zu den weißen Flecken auf unserer Reisekarte und so beschlossen wir uns einen Teil davon anzusehen, und zwar Südafrika. Die Reise war relativ kurzfristig geplant und ein günstiger Gabel Flug mit BA inkl. Mietwagen schnell gebucht. Die Route haben wir mehr oder weniger auf Basis der Unterkünfte, die wir im Internet gefunden haben, aufgebaut. Es war ein unvergesslicher Urlaub und wir freuen uns Südafrika bald wieder zu sehen. Viel Spaß beim Stöbern in unserem Foto-Reisebericht, der in Etappen aufgebaut ist.

Drakensberge & Kwa Zulu Natal

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Am 17.09.02 fliegen wir via London mit BA nach Johannesburg. Am nächsten morgen übernehmen wir unseren Mietwagen und begeben uns direkt auf die N2 Richtung Pietermaritzborg.

Unterwegs frühstücken wir auf einer, der sehr schönen Autobahnraststätten. Der erste Eindruck von Südafrika war überraschend, mit so einer guten Strasseninfrastruktur haben wir nicht gerrechnet. Nach 4,5 Stunden Fahrt, erreichen wir unsere erste Unterkunft in Südafrika. Wir haben auf Grund des sympathischen Internetauftritts und der e-mail Korrespondenz das Antbear Gästehaus in den Drakensbergen gewählt. Die Wegbeschreibung auf der Homepage war perfekt. Die Unterbringung läßt nichts zu wünschen übrig.

Im Antbear verbringen wir unsere ersten 7 Tage in Afrika. Unsere Wahl hätte gar nicht besser ausfallen können. Das Gästehaus ist gemütlich und orginell mit künstlerischem Holzinterior eingerichtet. Hier in der ländlichen Ruhe mit Blick auf die Drakensberge haben wir uns wunderbar erholt und die Hektik des deutschen Alltags schnell vergessen. Unsere Gastgeber Conny und Andrew waren uns sehr sympathisch und wir fühlten uns, wie auf Besuch bei Freunden.

Neben Relaxen, gut Essen, sich mit Andrew und Conny angenehm zu unterhalten, unternehmen wir Wanderungen in Giant's Castle Nature Reserve, in Kamberg zu den sehr gut erhaltenen Felsmalereien und lassen uns zu einer Wanderung zum Amphitheater - quasie auf den "Dach" der Drakensberge - überreden. Das Amphiteater kann es mit den schönsten Canyons der Welt aufnehmen und ist absolut sehenswert.

Besonders viel Spaß macht uns die Midlands craft Route. Man fährt durch eine ländliche Landschaft mit dem Charm der Alten Welt und kann bei kreativen Handwerkern, die sich in alten Farmhäusern niedergelassen haben, Kunsthandwerk und vieles mehr günstig erwerben. Es gibt auch viele schöne Restaurants, wo man einkehren kann.

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Giants Castle Nature Reserve

Giants Castle Game Reserve im zentralen Teil der Drakensberge in Kwa-Zulu-Natal wurde ursprünglich zum Schutz der Elenantilope eingerichtet und beherbergt heute viele andere Antilopenarten und Vogelarten, wie Bartgeier, Schwarzadler und Lannerfalke. Abgesehen von der Zufahrtstraße zum KZN Wildlife Resort und Restaurant gibt es keine Straßen. Man beobachtet die Tiere und die grandiose Bergwelt bei Spaziergängen und Wanderungen auf verschiedenen gut ausgeschilderten Pfaden. Im Frühjahr September/Oktober zeigt sich die Berglandschaft in Giant's Castle karg und in den afrikanischen Farben Orange bis Tiefrot.

Die Kulisse in Giant's Castle Nature Reserve bilden drei der vier höchsten Gipfel Südafrikas: der Mafadi (3410m), der Popple Peak (3325) und der Giant's Castle (2214). Wir unternehmen eine Wanderung entlang des Bushmannsriver und genießen anschließend die Aussicht und das Essen im Restaurant Izimbali. In Giant's Castle (Main Caves) befindet sich auch eine der drei großen, öffentlich zugänglichen Felskunststätten der Drakensberge mit über 500 Malereiein der Buschmänner (San). Wir ziehen es aber vor (auch aus Zeitgründen) uns die besser erhaltenen Buschmannsmalereien in Kamberg an einem der nächsten Tage anzuschauen.

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Buschmannsmalereien in Kamberg

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In Kamber (42 km westlich von Rosetta) in den Midlands befinden sich in der Shelter Cave die wohl am besten erhaltenen Felsmalereien der Buschmänner. Die größte Zeichnung zeigt eine Horde von Elenantilopen. Die Felszeichnungen können nur in Begleitung eines Fremdenführers besichtigt werden, nicht zuletzt weil viele Zeichnungen mutwillig zerstört wurden. Die Wanderung vom brandneuen Felskunstzentrum bis zur Höhle und zurück dauert ca. 3. Stunden.

Felszeichnungen beweisen, daß bereits vor 30000 Jahren menschliche Kultur in Südafrika existierte. Die ersten Südafrikaner waren die Buschmänner oder auch San genannt, ein kleinwüchsiges Nomadenvolk von Jägern und Sammlern An vielen Stellen in Südafrika finden sich mehr oder weniger gut erhaltene Felszeichnungen der Buschmänner.

Die von europäischen Siedlern in die Kalahari vertriebenen Buschmänner hinterließen in KwaZulu Natal Hunderte von Felszeichnungen. Buschmannszeichnungen gibt es in Giant's Castle Park und auch im Royal-Natal-Nationalpark, allerdings sind letztere nur sehr schwer zu erreichen. Wir haben uns die Felsmalereien in Kamberg angeschaut, die zu den am besten erhaltenen gehören.

Die Buschmänner (San) lebten Tausende von Jahren in Höhlen und Unterschlüpfen der Drakensberge. Sie ernährten sich vom Jagen und Sammeln und kannten kein Besitz. Zu den ersten Veränderungen im Leben der Buschmänner kam es als die bäuerlichen Bantu-Völker in dieses Gebiet von Norden her kamen. Allerdings lebten beide Volksgruppen einigermaßen friedlich nebeneinander. Ernsthafte Schwierigkeiten begannen für die San erst mit den weißen Siedlern, die im Rahmen des großen Treck vom Kap immer mehr nach Norden drangen und für sich Land für die Viehzucht und Landwirtschaft beanspruchten. Zunächst in der Kapregion und später auch in den Drakensbergen wurden die Buschmänner von den Weißen unerbittlich gejagt. Heute leben noch einige Nachfahren der Buschmänner in der Kalahari Wüste.

Die Felszeichnungen wurden von Schamanen im Trance-Zustand erstellt und zeigen vor allem Jagdszenen. Die Elenantilope ist ein beliebtes Motiv. Sie wurde von den Buschmännern als mächtigste aller Tiere angesehen. Viele Felszeichnungen zeigen auch Selbstdarstellungen der Schamanen, gehüllt in ein Fell der Elenantilope, der man spirituelle Kräfte zugeschrieben hat. Die ältesten Felszeichnungen in den Drakensbergen sind wahrscheinlich mindestens 800 Jahre alt.

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Wanderung auf den "Dach" der Drakensberge

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Die Drakensberge (Drachenberge) sind das größte Bergmassiv Südafrikas und sind Weltnaturerbe der UNESCO. Sie werden größtenteils in einem riesigen Nationalparkt geschützt und sind die höchste Bergkette im südlichen Afrika.

Es ist ein Paradies zum Wandern. Wir wandern eigentlich sehr gerne aber es war kein Wanderurlaub in Südafrika geplant. So haben wir nicht mal unsere Wanderschuhe eingepackt. In den Drakensbergen angekommen haben wir dann doch einige Wanderungen in Giant's Castle und in Kamberg unternommen.

Es war schön und eigentlich ist unser Bedürfnis nach sportlicher Betätigung damit gestillt. Aber Andrew und Conny (unsere Gastgeber in Antbear Gästehaus) sind der Meinung wir müssen unbedingt das Amphitheater in den Drakensbergen sehen. In den letzten Tagen haben wir von sportlichen holländischen Gästen Horror- geschichten über eine Leiter, die man überwinden muß, gehört. Diesem Streß setzen wir uns nicht aus, sagen wir zunächst und lassen uns dann doch von Andrew überreden und um es vorwegzunehmen, bereuen es überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Es war ein tolles Erlebnis !

So unternehmen wir an unserem vorerst letzten Tag in den Drakensbergen mit Andrew und drei Kölnern die Wanderung zum Amphitheatre. Nach ca. 2. Stunden Fahrt sind wir am Startpunkt der Wanderung. Wir sehen unser Ziel, ein steiler Fels . Da sollen wir rauf ?!

Ca. 2 Stunden wandern wir mit Blick auf eine unbeschreiblich imposante Berglandschaft. Es gibt ein paar Stellen, wo man mehr klettern als wandern muss, aber alles halb so schlimm, wenn man einigermaßen körperlich fit ist.

Südafrika Drakensberge Aber dann kommt die berüchtigte Leiter, genauer gesagt 2 Leitern (stabil aber frei schwebend, ca. 10 m). Da sollen wir rauf ? Nie im Leben. Na ja... aber wenn wir schon so weit gekommen sind 😉 Nicht nach unten schauen und rauf heißt die Devise 😉 Wir haben es geschafft und sind auf dem "Dach" der Drakensberge. Nachdem wir die Leiter erklommen haben, wandern wir noch ca. 30 Minuten auf dem Plato bis wir die Tugela Falls, wo der Fluss über eine 500m hohe Felskante in die Tiefe stürzt, erreichen. Allerdings war der Wasserfall, als wir dort im Frühjahr waren nur ein schmaler Wasserrunsen. Die Aussicht war aber überwältigend. Das Amphiteater kann es mit den schönsten Canyons der Welt aufnehmen und ist absolut sehenswert.

Die Wanderung zum Tugela Gorge dauert insgesamt 6 Stunden, wobei man unterwegs eine ca. 10 hohe freischwebende Leiter überwinden muss. Auch wenn es anstrengend war, sind wir froh diese Wanderung gemacht zu haben. Die Drakensberge sind überwältigend.

Auf dem Rückweg halten wir in einem Gästehaus mit Restaurant für ein Abendessen. Wir verschmähen all die leckeren KwaZulu Spezialitäten, die hier geboten werden und bestellen sehr zum Unverständnis von Andrew und unseren Mitwanderern jeweils ein simples Steak. Vielleicht war die 6-stündige Wanderung zum Amphitheater nicht ohne Einfluß auf dieses Urteil aber es war wohl das beste Steak, daß wir je gegessen haben :-)

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Midlands in Kwa Zulu Natal

Einen Besuch wert sind die Midlands, ein grünes Weideland zu Füßen der Drakensberge. Eine Fotoerbuchlandschaft mit kolonialem Flair.

Besonders viel Spaß macht uns die Midlands Meander craft Route. Man fährt durch eine ländliche Landschaft mit dem Charm der Alten Welt und kann bei kreativen Handwerkern, die sich in alten Farmhäusern niedergelassen haben Kunsthandwerk und vieles mehr günstig erwerben.

Ein guter Orientierungpunkt in den Midlands ist die Ortschaft Nottingham Road. Die Midlands Route endet in Howick. Hier gibt es einige gute Restaurants und einen ziemlich beeindruckenden Wasserfall.

Nicht verschweigen darf man, daß hier in den Midlands die Folgen der Apartheit noch sehr tief sitzen. In Howick wurde Nelson Mandela verhaftet und für 27 Jahre ins Gefängnis gesteckt.

Die Drakensberge und das Umland sind absolut sehenswert, und für uns war es ein schöner, sanfter Afrika Einstieg, den wir nie wieder vergessen werden.

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